Federica Brignone gewinnt packende Kombination vor Roni Remme und Wendy Holdener

Federica Brignone macht Azzurri-Festspiele von Crans-Montana perfekt: Am Tag nach Sofia Goggias grandiosem Erfolg in der Abfahrt doppelte ihre 28jährige Teamkollegin nach und entschied einen ausserordentlich spannenden Kombinationswettkampf, der einzige im Weltcup der Frauen in diesem Winter, 0,38 Sekunden vor der kanadischen WM-Entdeckung Roni Remme (22) und 1,04 vor Weltmeisterin Wendy Holdener für sich.

Mit ihrem dritten Kombinationssieg in Crans-Montana nach 2017 und 2018 feierte Brignone ihren insgesamt zehnten Weltcupsieg. Entsprechend glücklich äusserte sich die „Miss Crans-Montana“, die mit 132 Punkten und 47’400 Franken erfolgreichste Fahrerin des sonnigen, mit total 31'470 Schaulustigen sehr gut besuchten Wochenendes im Wallis. Ihre Freude war entsprechend gross. Mit strahlendem Gesicht meinte sie: „Ich liebe es hier, der Hang gefällt mir, der ungewöhnliche Schnee auch. Die technisch schwierige Piste enthält alles. Und der Slalom ist steil. Das kommt mir auch entgegen.“ Roni Remme, ihre grosse Herausforderin an diesem Tag, hatte auch nur Lob für die Station und alles rundum. „Ich liebe solchen Frühlingsschnee und vor allem eine solche Atmosphäre. Das hat mich richtig gepuscht“, sagte sie, die nebenher ein Universitätsstudium absolviert. 

Brignone reichte als finaler Fahrerin im Slalom die achtbeste Zeit, um die mit einer überragenden Fahrt zu Slalombestzeit in Führung liegende Roni Remme abzufangen. Die Basis hatte sie als Schnellste der Abfahrt gelegt, als sie Weltmeisterin Holdener (11.) um 1,47 Sekunden distanzierte. Das vermochte die stark umjubelte Schweizerin nicht wettzumachen. Erstaunlicherweise musste sich die Slalomspezialistin in ihrer Disziplin sogar mit der nur viertbesten Zeit hinter Remme, Nevena Ignatovic (Serbien) und Patrizia Dorsch (GER) bescheiden. Sie meinte, die Abfahrt verunsichere sie und im Slalom habe sie Mühe bekundet, nicht in Rücklage zu geraten. „Deshalb schätze ich mich glücklich mit dem Podestplatz“, sagte die Innerschweizerin, die Sotschi auslässt und eine Erholungspause einlegt.

Noch zufriedener als die geschlagene Weltmeisterin, die ihr insgesamt 30. Weltcup-Podest erreichte, konnte Rahel Kopp sein. Die 24jährige Flumserbergerin verbesserte ihr bisher bestes Karriereergebnis von einem fünften Platz in Soldeu auf den vierten Rang. Der 17. nach der Abfahrt fehlte am Ende dank fünfter Slalomzeit nur eine halbe Sekunde auf die zweifache Weltmeisterin. Wie Kopp erreichten auch Priska Nufer (8.) und Nathalie Gröbli (16.) ihre besten Weltcupresultate.

OK-Präsident zieht positive Bilanz

Als Gewinner darf sich nach stimmungsvollen Tagen mit total 31'470 Zuschauern, davon 13'000 am Samstag und 11'800 am Sonntag auf der Piste Mont Lachaux und 6'670 Personen bei den Side-Events, auch Crans-Montana fühlen. Einige Abstriche gabs wegen der für Athletinnen, Publikum und OK ärgerlichen Zeitmessungsprobleme, doch dem mochte Marius Robyr am Ende nicht mehr allzu grosse Bedeutung beimessen. „Das war eine der besten Ausgaben unter der Walliser Sonne. Es gibt nur Positives“, erklärte der OK-Präsident, „ich persönlich wüsste nicht, was wir hätten ändern können, um es besser zu machen.“ Ein besonderes Kränzchen wand der zufriedene Robyr dem Publikum: „Es hat überall eine ausserordentlich gute Stimmung produziert. Auf Wiedersehen am 22. und 23. Februr 2020 zu Abfahrt und Super-G.“

Video: Johan Tachet/Laurent Morel, SkiActu

 Fotos: DEPREZphoto, cransmontana - Agence Zoom