Sieg für grandiose Shiffrin, Kristall für solide Stuhec

Mikaela Shiffrin (USA) und Ilka Stuhec (SLO) hiessen in Crans-Montana die zwei von 8'000 Zuschauern gefeierten Siegerinnen der packend verlaufenden dritten Weltcup-Kombination des Winters. Die Amerikanerin feierte 0,75 Sekunden vor Freitagsiegerin Federica Brignone (ITA) den Tagessieg, die um 0,85 Sekunden geschlagene Slowenin bejubelte den Gewinn der kleinen Kristallkugel als Saisonbeste in der Alpinen Kombination.

Anders als noch an der WM in St. Moritz ist die Abfahrtsweltmeisterin damit auf der steilen Mont Lachaux-Piste in Crans-Montana ihrer Rolle als Topfavoritin auf den Gewinn der Disziplin vollauf gerecht geworden. Der sonntägliche Vierkampf um Kristall glich einem spannenden Ausscheidungsrennen. Erst verabschiedete sich Michaela Kirchgasser mit ihrem Aus im Super-G. Wendy Holdener war in dem Moment weg vom Fenster, als sie von Brignone von der Spitze verdrängt wurde (am Ende blieb der Schweizerin nur der 6. Platz). Für die Italienerin war der Traum vom Überraschungscoup dann aus, als Stuhec, die Super-G-Zweite vom Morgen hinter Sofia Goggia, ihr Pensum ohne Aufregung souverän erledigt und den Punktevorsprung sicher verteidigt hatte. Die 26-Jährige aus Maribor freute sich riesig über den Triumph, den sie vor der Saison wie ihren WM-Titel, die sechs Weltcupsiege und nun acht Podestplätze nie und nimmer für möglich gehalten hätte. Mit den Rängen 1 (Val d’Isère), 2 und 3 (Crans-Montana) ist die Stöckli-Pilotin eine würdige Nachfolgerin von Kombinationsweltmeisterin Holdener.

Nichts mehr mit dieser Kugel-Entscheidung zu tun hatte Mikaela Shiffrin, da sie am Freitag verzichtet hatte. Umso bemerkenswerter war ihre Vorstellung am Sonntag bei ähnlichen Verhältnissen auf Frühlingsschnee. Mit nur 1,30 Sekunden Rückstand auf Goggia und 0,94 hinter Stuhec brillierte sie trotz Startnummer 31 mit der siebenten Zeit. Die Bestzeit im Slalom schien für die bereits dreifache Weltmeisterin eine Art Formsache. Ähnlich wie beim Traumlauf im Engadin oder letztes Jahr hier kurvte sie ohne jede Unsicherheit durch die Tore und löste Brignone an der Spitze ab. Sechs Fahrerinnen später stand ihr fälliger erster Weltcupsieg in der Kombination fest. Shiffrin jubelte: „Am meisten freut mich, dass ich die Führung im Gesamtweltcup ausbauen konnte und zuversichtlich nach Südkorea und dann in meine Heimat reisen kann.“ - Beat Caspar

DEPREZphoto SA, Crans-Montana/Agence Zoom