7 Apr

Urs Lehmann kandidiert als FIS-Präsident

Der langjährige Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann (51) spricht im Interview mit Valentin Oetterli von der Sportredaktion Keystone-SDA über die heute offiziell bekannt gegebene Kandidatur für das FIS-Präsidium, über seine Chancen auf das Amt und darüber, wer ihn bei Swiss-Ski ersetzen soll.

Urs Lehmann, Sie haben sich viel Zeit gelassen bis zur Bekanntgabe Ihrer Kandidatur fürs FIS-Präsidium. Nun ist es so weit. Das heisst wohl, dass Sie sich wirklich gute Chancen ausrechnen, Gian Franco Kaspers Nachfolger zu werden?

"Ich habe meine Hausaufgaben gemacht und schätze meine Wahlchancen als nicht so schlecht ein, dass wir das FIS-Präsidentenamt in der Schweiz behalten können - auch nach 69 Jahren. Eine Garantie gibt es aber keine."

Der Berner Marc Hodler war ab 1951 während 47 Jahren FIS-Präsident, 1998 übernahm der Bündner Gian Franco Kasper. Nun soll der Aargauer Urs Lehmann folgen. Einige Leute fragen sich: Warum denn schon wieder ein Schweizer?

"Die Nationalität, das Geschlecht, die Hautfarbe, das alles darf keine Rolle spielen. Vielmehr soll man die Person wählen, bei welcher man das beste Gefühl hat und von der man überzeugt ist, dass sie die beste Wahl für diese Position ist. Es ist an mir, die Wählenden von meinen Qualitäten und Fähigkeiten zu überzeugen. Wenn es am Ende heisst, es soll kein Schweizer sein und man wählt mich nicht, dann ist es halt so."

Bei den vielen Gesprächen, die Sie in den letzten Wochen und Monaten geführt haben: Von welchen Personen und Ländern fühlen Sie sich besonders unterstützt?

"Da muss ich etwas ausholen, ohne im Detail auf die Unterstützer eingehen zu können. Tatsächlich hat mich das Amt schon länger interessiert. Aber ich habe immer gesagt, dass ich mich damit erst definitiv befassen werde, wenn Gian Franco Kasper zurücktritt. Im Januar war ich dann einmal bei ihm. Er hat mir alles sehr offen und transparent dargestellt. Vieles habe ich gewusst und einiges doch auch wieder nicht. Dazu habe ich mich bei den wählenden Verbänden über deren Anliegen informiert und mir überlegt, was ich machen könnte. Deshalb weiss ich nun ziemlich genau, wo ich stehe und welche Länder und Regionen mich unterstützen."

Warum wollen Sie FIS-Präsident werden?

"Es gibt verschiedene Aspekte. Da wo ich jetzt bin, bei dem Arzneimittel-Hersteller Similasan und Swiss-Ski, und gerade auch die Kombination der beiden tollen Aufgaben, gefällt es mir sehr. Das FIS-Präsidium ist aber eine Chance, die man wahrscheinlich nur einmal im Leben kriegt. Ich hatte das Privileg, eine solch einmalige Chance schon einmal nutzen zu können, damals als ich Abfahrts-Weltmeister geworden bin (1993). Zudem traue ich mir diese herausfordernde und grosse Aufgabe zu. Gleichzeitig attestieren mir auch viele Leute, dass ich für diese Aufgabe geeignet bin. Ich spüre national und international grosse Unterstützung."

Was sind Ihre Wahlkampfthemen?

"Ich habe ein Manifest verfasst. Das ist wie mein offizielles Wahlprogramm. Darin steht zum Beispiel, dass wir den Sport stärken müssen. So gilt es attraktivere Formate zu finden. Je besser uns das gelingt, desto besser kommen auch die Athleten zum Zug und desto mehr Sponsoren und mehr Geld das System zur Verfügung. Dieses kannst du wieder in den Sport investieren. Das ist ein Kreislauf nach oben und etwas, dass wir bei Swiss-Ski konsequent angewandt haben. Der zweite Punkt ist: Wenn der Sport attraktiver wird, müssen wir diesen noch besser vermarkten können. Ein Thema für mich ist beispielsweise eine Asien-Tour. Da sind die wachsenden Märkte - und nicht etwa in Europa. Generell: Es braucht keine Revolution, aber eine konsequente Evolution. Das ist mir wichtig."

Was sind weitere Punkte in Ihrem Manifest?

"Die Corporate Governance muss gestärkt werden, da geht es zum Beispiel um Gender- und Klima-Thematik. Es müssen klare Strukturen geschaffen werden. Auch soll die FIS künftig proaktiv handeln. Im Moment ist sie bei solchen Themen immer einen Schritt zurück. So wie es Swiss-Ski in gewissen Zeiten auch war. Doch da schafften wir es, zurück in den Fahrersitz zu kommen, um wieder selber steuern zu können. Auch geht es mir um eine stärker vereinte FIS. Es gibt über 70 wählende Nationen und dazu noch 60 assoziierte nationale Verbände ohne Stimmrecht. Die Starken stark lassen, aber gleichzeitig versuchen, die schwächeren und mittleren Verbände zu stärken."

Wenn Sie 'FIS' hören, an was denken Sie da?

"In meinem Manifest steht dazu: 'Our future is strong'. Ein Wortspiel, das zu meinem Slogan geworden ist. Aber nehmen wir das auseinander. Die FIS ist als Dachverband einer der stärksten Wintersportverbände. Knapp die Hälfte der zu vergebenden Medaillensätze an Olympischen Winterspielen wird in FIS-Sportarten verteilt. Die FIS hat also in der Vergangenheit ganz vieles richtig gemacht. Auch gab es bei der FIS in den vergangenen Jahren verhältnismässig wenige Skandale und Dopinggeschichten. Der Verband hat ein relativ gutes Image. Jetzt geht es darum, ein gutes und wertvolles Konstrukt ins nächste Zeitalter zu führen. Für mich ist klar, dass man Dinge ändern muss. Das wird anfänglich Widerstand geben. Aber ich bin überzeugt, dass der Endzustand gefallen wird."

Wegen der Coronavirus-Pandemie musste der FIS-Kongress Mitte Mai in Thailand abgesagt werden. Die Wahl von Kaspers Nachfolger wird frühestens im Herbst durchgeführt werden können. Wie fest ist das zu bedauern?

"Die ganze Thematik um Covid-19 ist grundsätzlich eine Tragödie für die Menschheit. Für die FIS, wo man einen Generationenwechsel anstrebt, ist es auch zu einem denkbar ungünstigsten Moment. Aber da können wir nichts tun ausser warten und hoffen, dass das Ganze hoffentlich an den traditionellen Herbstsitzungen in Zürich über die Bühne gehen kann."

Durch die Verschiebung des Kongresses steht wohl vorher, an der Delegiertenversammlung Ende Juni in Frutigen, Ihre Wiederwahl als Swiss-Ski-Präsident an. Werden Sie nochmals antreten?

"Ja – sofern die DV überhaupt Ende Juni durchgeführt werden kann. So ist jetzt halt das Set-up. Sollte ich nicht als FIS-Präsident gewählt werden, so mache ich bei Swiss-Ski nochmals vier Jahre weiter. Aber klar besteht beim Verband eine Nachfolgeplanung. Wir haben bei Swiss-Ski den Glücksfall, dass Peter Barandun (CEO und Präsident des Verwaltungsrates von Electrolux Schweiz) bereitsteht, das Amt zu übernehmen. Klappt das mit mir und der FIS jedoch nicht, dann bleibe ich Swiss-Ski-Präsident und er Vizepräsident."

Und wie sieht es bei Similasan aus?

"Da bleibe ich sicher dabei, aber meine Rolle würde sich wohl ändern. Das wurde mit dem Verwaltungsrat sauber und sehr wohlwollend besprochen. Das ist alles im ersten Quartal passiert, da ich meine Kandidatur ursprünglich beim Weltcup-Finale in Cortina d'Ampezzo verkünden wollte."

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Urs Lehmann bei der Übergabe des WM-Kandidaturschreibens Crans-Montana/Wallis 2025 an FIS-Präsident Gian Franco Kasper.

 

24 Feb

Ein grosser DANK an alle!

Inserat "Remerciements" im Le Nouvelliste vom 26.2.2020

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Inserat "Remerciements" im Le Nouvelliste vom 25.2.2020

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24 Feb

Mont Lachaux - eine absolut WM-würdige Piste

Crans-Montana war am letzten Wochenende einmal mehr der Schauplatz von grossartigem Skirennsport. Die Weltcup-Fahrerinnen zeigten sich von der Piste Mont Lachaux begeistert. Auch dem Organisationskomitee um Präsident Marius Robyr und den wie immer zahlreichen Helfern wurde das Prädikat "WM-würdig" attestiert.

Insbesondere Corinne Suter, schon 2019 Abfahrts-Dritte und am letzten Freitag sowie Samstag zweimal Abfahrts-Zweite in Crans-Montana, war voll des Lobes über die Piste auf dem Walliser Hochplateau. "Sie beinhaltet alles, was eine Abfahrt ausmacht und ist natürlich einer WM würdig», sagte die 25-jährige Schwyzerin. Die mit Abstand konstanteste Abfahrerin der Saison durfte sich am Samstag über den Gewinn der kleinen Kristallkugel freuen.

Lara Gut-Behrami fühlte bei ihrem ersten Antreten auf der Piste Mont Lachaux - 2014 schied sie in der Abfahrt aus - nicht Liebe auf den ersten Blick. Doch spätestens in diesem Jahr, in dem sie innert 24 Stunden gleich beide Weltcup-Abfahrten gewinnen konnte, hat sich dies für die 28-jährige Tessinerin geändert. "Mittlerweile mag ich die Strecke definitiv besser." Sie würde sich freuen, wenn 2025 die WM in Crans-Montana ausgetragen werden würde, so Gut-Behrami weiter.

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Die Italienerin Federica Brignone sprach davon, "dass Crans-Montana für mich ganz einfach ein magischer Ort ist".

Lob für den WM-Kandidaten 2025 gab es auch aus Österreich. "Ich liebe die Rennen in Crans-Montana und ich bin allen Arbeitern auf der Piste wirklich dankbar dafür, was sie geleistet haben. Nur so war es bei diesen hohen Temperaturen möglich, dass ich mit der Nummer 20 noch Dritte werden konnte", bedankte sich die Vorarlbergerin Nina Ortlieb am Samstag bei den Helfern.

Zum nächsten Rendezvous zwischen Crans-Montana und dem Weltcup der Frauen kommt es bereits in elf Monaten. Am 23./24. Januar 2021 wird auf der Mont Lachaux je eine Abfahrt und Alpine Kombination ausgetragen.

 

23 Feb

"Aussergewöhnliche, fantastische, perfekte Tage"

Marius Robyr sprach am Sonntag nach dem dritten perfekten Renntag von einem besonderen Jahrgang, den er als Präsident des Organisationskomitees der Weltcuprennen in Crans-Montana habe erleben dürfen.

"Das war ein absolut aussergewöhnliches Wochenende. Wir hatten das Wetter auf unserer Seite, die Pistenbedingungen waren top und auch die Fans waren ganz einfach fantastisch!" Die nächsten drei Tage gebe es noch einiges an Arbeit, es werde nicht weniger intensiv als die letzten Wochen, so Robyr. Und meint damit den Rückbau der Piste und der restlichen Infrastruktur inklusive Zielraum und Tribünen. Auch eine kurze Analyse und Erfolgsbilanz gilt es zu ziehen.

Und Robyr - als Exekutiv-Direktor der WM-Kandidatur von Crans-Montana/Wallis völlig logisch - spannte nach diesen wunderbaren Tagen auf dem Hochplateau auch gleich den Bogen zu den Weltmeisterschaften 2025: "Vom Exhibition-Nachtslalom im Januar über die Europacup- zu den Weltcuprennen - alles war ein voller Erfolg." Robyr ist überzeugt davon, dass der reibungslos verlaufene Event im Hinblick auf die Wahl des WM-Ausrichters ein "gutes Zeichen" sei.

Es gelte, so betont er nochmals, mit der bestmöglichen Präsentation die 17 FIS-Vorstandsmitglieder, die vom 18. bis 22. Mai am Kongress über die drei Kandidaturen von Crans-Montana, Garmisch-Partenkirchen und Saalbach-Hinterglemm befinden werden, zu verführen. Das Leitmotiv für unsere Präsentation heisst 'le top du top'." Robyr hofft, die FIS-Entscheidungsträger überzeugen zu können, "dass sie uns ihre Stimme geben. Sie sollen Lust verspüren, um zu uns nach Crans-Montana zu kommen."

Video: Johan Tachet/SkiActu

 

23 Feb

Federica Brignone ist neue Weltcup-Führende

Federica Brignone ist und bleibt in der Kombination des Weltcup-Klassikers in Crans-Montana die sichere Bank. Die Italienerin entschied mit Bestzeiten im Super-G und Slalom die zweite von drei Saisonprüfungen der Allrounderinnen 0,92 Sekunden vor Franziska Gritsch (AUT) und 1,82 vor Ester Ledecka (CZE) überlegen für sich. Dank ihrem vierten Triumph in vier Jahren im Wallis hat Brignone eine weitere Kristallkugel in Griffweite und führt jetzt dazu neben dem Riesenslalom- auch den Gesamt-Weltcup an. 

Nach den Schweizer Festspielen mit dem doppelten Doppelsieg von Lara Gut-Behrami und Corinne Suter in den Abfahrten von Freitag und Samstag war die Reihe am Sonntag an den Gästen aus dem Ausland. Nicht dass die Einheimischen Michelle Gisin und Wendy Holdener nicht alles versucht hätten, die Party zu verlängern. Doch nach eher bescheidenem Abschneiden im Super-G mit den Zwischenrängen 8 (1,10 Sekunden zurück) und 10 (1,50 zurück) lag nicht mehr viel mehr drin als das Vorrücken auf die Plätze 4 und 5. Für den Sprung aufs Podest wären sensationelle Slalomläufe nötig gewesen. Davon blieb das Duo weit entfernt, enttäuschte in den Stangen. Olympiasiegerin Gisin vergab ihre Chancen schon in den ersten Toren, Weltmeisterin Holdener kam ebenfalls nie auf Touren. Zufrieden durfte Swiss-Ski wenigstens damit sein, dass dank allen fünf Starterinnen in den Punkten (9. Rahel Kopp, 12. Priska Nufer, 13. Jasmina Suter) die Führung im Nationencup dank 166 Punkten (AUT 128) leicht ausgebaut werden konnte.

Das Pech von Petra Vlhova

Es hätte durchaus Platz gehabt auf dem Podium. Federica Brignones grosse Gegenspielerin Petra Vlhova, die als Super-G-Zweite nur 0,58 Sekunden wettmachen hätte müssen, hatte ihn mit einem Einfädler völlig überraschend freigeräumt. Kurz vor ihrem folgenschweren Malheur hatte die Slowakin, am Vorabend wegen Knieschmerzen für ein MRI noch in Sion im Spital gewesen, ihren Rückstand sukzessive auf 0,06 Sekunden bei der zweiten Zwischenzeit reduziert. Sie schien auf dem direkten Weg zum Tagessieg. Bei ihrem Aus ging ungläubiges Raunen durchs Publikum. 10'000 Schaulustige waren gekommen, was das Total des stimmungsvollen Wochenendes auf 31'000 brachte, nicht gerechnet die zweimal 3'000 an den Zeremonien auf der Eisbahn Ycoor.

Das mit Spannung erwartete Duell um den Sieg war also abrupt gelaufen. Letztes Jahr war das noch ganz anders gewesen. Da herrschte höchste Spannung bis zum Schluss, denn da durfte die Super-G-Schnellste erst als 30. auf die Slalompiste, nicht als bevorteilte Erste. Für Brignone spielte das keine Rolle. Nicht sie hat das Reglement geändert. Sie freute sich uneingeschränkt über ihren vierten Triumph im Wallis, ihren 15. im Weltcup. Ihre letzte Bezwingerin hier hiess Mikaela Shiffrin, 2016 in der zweiten Kombination damals (Ersatz für Altenmarkt). Diese Mikaela Shiffrin hat Brignone mit ihrer Wochenend-Ausbeute von 186 Punkten im Gesamt-Weltcup überholt und ist mit 73 Punkten Reserve in Führung gegangen.  

„Das bedeutet gleichzeitig viel und nichts. Die Saison dauert noch lange. Ich freue mich riesig auf die Fortsetzung, nächstes Weekend in La Thuile im Aosta-Tal. Das ist bei mir daheim, da wird das ganze Tal kommen und mich unterstützen“, blickte die freudestrahlende Siegerin voraus auf die  nächste Etappe mit Super-G und letzter Kombination. Das dürfte für sie genauso magisch werden wie Crans-Montana.

DEPREZphoto sa, cransmontana/Agence Zoom

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1. Federica Brignone/ITA  
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2. Franziska Gritsch/AUT  
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3. Ester Ledecka/CZE  
   
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4. Michelle Gisin/SUI  
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5. Wendy Holdener/SUI  
podium

 Video: Johan Tachet/SkiActu

 

22 Feb

Der „Weisse Zirkus“ empfängt den „Jodelzirkus“

Das total ausverkaufte Konzert der Oesch´s die Dritten in der Tennishalle „Le Régent“ in Crans-Montana wurde zum riesigen Erfolg. Die populärste und erfolgreichste Volksmusikgruppe der Schweiz begeisterte die 1000 Zuschauer von A bis Z mit ihrer Freude an der Musik, Melanies glockenreiner und virtuoser Jodelstimme und der puren Lebensfreude. Oesch´s die Dritten verbinden Tradition und Modernes, wie kaum eine andere Gruppe dies zu machen versteht.

Die Marke Oesch´s mit Vater Hansueli, Mutter Annemarie und ihren Kindern Melanie, Kevin und Mike sowie Akkordeonist Urs Meier aus dem Berner Oberland ist heute aus der nationalen und internationalen Volksmusikszene nicht mehr wegzudenken.

Ein Höhepunkt des Abends war die mit Spannung erwartete Live-Aufführung der «Hymne Coupe du monde Crans-Montana» (Initiant: Hugo Steinegger), die grosse Begeisterung auslöste. Nicht unerwähnt seien die sympathischen Amis de Sonville (Nendaz), welche das Oesch-Konzert "anheizten". Fahnenschwinger Natal Borgeat und das Alphorntrio Edward Aymon, Victor Bonvin und Jean-Claude Rion bereicherten den Abend.

Hugo Steinegger, OK-Vizepräsident der Ski-Weltcuprennen und Organisator der Weltcup Party in Crans-Montana verspricht eine weitere Fortsetzung des beliebten Events bei den Ski-Weltcuprennen.

Foto: Luciano Miglionico/DEPREZpho sa, cransmontana

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 Video: Johan Tachet/SkiActu

 

 

22 Feb

Wieder Doppelsieg – wieder Lara Gut-Behrami vor Corinne Suter, die die Abfahrtskugel holt.

Hühnerhautmomente in Crans-Montana für die 14'000 Zuschauer, die eine Revanche erleben, die nicht spannender hätte verlaufen können: Lara Gut-Behrami und Corinne Suter wiederholten in grosser Manier ihren Doppelsieg vom Vortag und entfachten eine unter die Haut gehende euphorische Stimmung. Diesmal trennte die Zufälligkeit von 0,02 Sekunden – oder umgerechnet 0,56 Zentimeter nach den 2450 Rennmetern! – die beiden Super-Schweizerinnen. Und auch Nina Ortlieb (AUT), die Dritte auf dem Podest, verlor nur fünf Hundertstelsekunden und bestätigte damit ihre Trainingsbestzeit, nachdem sie am Vortag als Mitfavoritin „nur“ Sechste geworden war. Am Samstag strahlte sie mit der Walliser Sonne um die Wette als hätte sie gewonnen.

Derweil genoss die überglückliche Siegerin den Moment ihres insgesamt 26. Triumphs im Weltcup eher in sich gekehrt. Die 28-jährige Tessinerin freute sich vor allem darüber, cool und fokussiert geblieben zu sein und ihr Ding wieder wunschgemäss durchgezogen zu haben. Dass sie mit 1:27,73 Minuten 0,62 Sekunden über ihrer Zeit vom Vortag geblieben war, hatte weniger mit ihrer Leistung als den Verhältnissen zu tun. Vor allem die lange Traverse im Mittelteil wurde an diesen frühlingshaft warmen Tag mit zunehmender Dauer sicher nicht schneller. Umso höher sind die Leistungen von Gut-Behrami (Nr. 17) und Ortlieb (Nr. 20) einzustufen.

"Vertraue mir selber"

„Der Schnee war etwas weicher als am Freitag“, befand die Siegerin später, „das machte es etwas komplizierter. Ich verlor ab und zu die ideale Linie, liess mich aber nicht verunsichern, puschte immer vorwärts. Das ist der grosse Unterschied zu der Zeit, als ich ins Zweifeln geriet. Ich vertraue mir wieder selber. Ich habe das Rennen in den letzten drei Kurven gewonnen.“

Corinne Suter hatte die Startnummer 3 gewählt und überstand 16 Angriffe auf dem Leaderstuhl. Nachdem Ester Ledecka (CZE/am Ende Fünfte) um 0,37 Sekunden geschlagen ins Ziel kam, stand fest, dass die zweifache WM-Medaillengewinnerin von Are die Kristallkugel als Abfahrtsbeste des ganzen Winters schon vor dem Final in Cortina d’Ampezzo auf sicher hatte. 155 Punkte beträgt der Abstand zu Ledecka, 157 zu Federica Brignone, die nach ihrem 4. Rang im Gesamt-Weltcup nur noch 27 Punkte hinter Mikaela Shiffrin liegt und heute mit einem Spitzenresultat in der Kombination in Führung gehen kann. Insbesondere Wendy Holdener, die am Samstag pausierte, und Petra Vlhova, die diesmal mit Platz 14 ex-aequo mit Priska Nufer, der drittbesten Schweizerin, Vorlieb nehmen musste, wollen es der Italienerin schwer machen. 

"Brauche eine Nacht"

„Es ist unglaublich, dass ich die Kugel habe“, sagte Corinne Suter, „ich glaube, ich brauche wohl eine Nacht, um das richtig zu realisieren.“ Dass sie in der achten Saisonabfahrt denkbar knapp geschlagen wurde, tat nichts zur Sache. „Ich habe versucht, es besser zu machen als am Freitag. Die Zeit war etwas besser, perfekt war die Fahrt jedoch wieder nicht. Aber ich bin so froh und glücklich, dass jetzt der Druck weg ist. Ich werde wieder besser schlafen.“ Dass sie als Führende auch Chancen auf die Super-G-Kugel hat, bereitet ihr keine Kopfschmerzen. „Ich fühle mich befreit. Das macht mich schnell.“ 

DEPREZphoto sa, cransmontana

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1. Lara Gut-Behrami/SUI
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2. Corinne Suter/SUI
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3. Nina Ortlieb/AUT
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Le charmant podium de la deuxième descente au progamme. Das sympatische Podium der 2. Abfahrt in Crans-Montana.
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podium

 

Video: Johan Tachet

 

 

 

21 Feb

Stimmungsvolle Zeremonien auf der Eisbahn Ycoor

Für die Siegerehrung am Freitagabend der von Rosa Kuthor/Russland übernommenen Abfahrt in Crans-Montana fand sich viel Publikum auf der Eisbahn Ycoor ein. Lara Gut-Behrami (1.), Corinne Suter (2.) und Co. wurden gefeiert und ausgezeichnet.

Anschliessend folgte die .Startnummern Abgabe für die Samstagsabfahrt mit den zehn besten Abfahrerinnen der Welt. Umrahmt wuden die Zeremonien zur Freude der Zuschauer von diversen Shows von Musikern, Tänzern und Zauberern.

Am Samstag, 23. Februar folgt die zweite Abfahrt um 10:30 Uhr auf der herausforderungsreichen Piste Mont Lachaux.

Video: Johan Tachet/SkiActu

DEPREZphoto sa, cransmontana

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Beim Ertönen der Schweizer Nationalhymne: das Siegerpodest der Abfahrt von Rosa Kuthor/RUS.

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Die Schweizerin Corinne Suter wird in der zweiten Abfahrt des Wochenendes mit der Startnummer drei ins Rennen gehen.

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Das zahlreich erschienene Publikum auf der Eisbahn Ycoor für die Freitagszeremonien.

 

21 Feb

Schweizer Doppelsieg! Brillante Lara Gut-Behrami vor Corinne Suter

Die Weltcup-Classique der Frauen in Crans-Montana hätte nicht besser beginnen können. Die absolut brillant und in sensationellen 1:27,11 überlegen fahrende Lara Gut-Behrami und Corinne Suter (0,80 Sekunden zurück) feierten im Wallis den ersten Schweizer Doppelsieg seit 39 (!) Jahren. 1981 gewann Marie-Theres Nadig vor Doris de Agostini, damals noch auf der „Nationale“, nicht auf der Piste Mont Lachaux. Damit sind die stimmungsvollen Ski-Festspiele im Wallis mit 7000 Schaulustigen so richtig lanciert. Die kurzfristige Übernahme des in Rosa Khutor abgesagten Rennens hat sich in jeder Hinsicht ausbezahlt. Für die Abfahrtsrevanche am Samstag und die Kombination am Sonntag ist ein Grossaufmarsch des Publikums zu erwarten.

„Es hätte nicht besser laufen können. Ich war fähig, so zu fahren wie ich es kann, frei und aktiv“, freute sich die umjubelte Siegerin Lara Gut-Behrami, „ich war vom Start weg im Flow. Wenn das geschieht, bin ich immer sehr schnell. Ich fuhr schon öfter einen grossen Vorsprung heraus.“ Mit ihrer makellosen Leistung strafte sie alle Kritiker Lügen, sie, die zwei Jahre auf einen Weltcupsieg hatte warten müssen, gar drei auf einen in der Abfahrt (beides in Cortina passiert; welch ein Omen für das Finale 2020!). „Manchmal kann der Skisport schmerzvoll und kompliziert sein“, sinnierte die Gewinnerin, die neben 100 Punkten auch 45'000 der total 120'000 Franken Preisgeld holte, „heute war alles ganz einfach. Ich habe nicht nachgedacht. Herumstudieren macht langsam.“

Wie für die Siegerin war der strahlende Frühlingsskitag auch für Corinne Suter ein guter Tag. „Ich bin super häppy mit dem Resultat“, sagte die Innerschweizerin.“ Mit den 80 Punkten für den zweiten Platz baute sie die Führung im Abfahrts-Weltcup aus. Diese Wertung schaue sie sich nicht an, meinte sie, „die Beste der Saison wird die Kugel erhalten.“ Die 0,80 Sekunden Rückstand führte sie auf „zwei, drei kleinere Fehler“ zurück. „Das Gute ist, dass ich schon am Samstag eine Chance erhalte, es besser zu machen. Das ist mein Fokus.“

Tatsächlich spielte Gut-Behrami ihr Können auf der anspruchsvollen Strecke mit viel Selbstvertrauen resolut aus. Niemand hat in dieser Saison einen grösseren Vorsprung herausgeholt als die siebente neue Abfahrtssiegerin dieses Winters. Mit ihren 1:27,11 pulverisierte sie die Donnerstagbestzeit von 1:29,05 geradezu. Die Trainingsschnellsten Nina Ortlieb (AUT), Federica Brignone (ITA) und Joana Hählen (SUI) landeten nach kleineren Fehlern innerhalb von drei Hundertstelsekunden auf den Plätzen 6 und 7, knapp distanziert noch von Stephanie Venier (AUT), Petra Vlhova (SLK) und Breezy Johnson (USA).

DEPREZphoto sa, cransmontana/Agence Zoom

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1. Lara Gut-Behrami/SUI
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2. Corinne Suter/SUI
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3. Stephanie Venier/AUT
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4. Petra Vlhova/SVK
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5. Breezy Johnson/USA
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20 Feb

Doppel-Olympiasiegerin Michaela Dorfmeister zurück in Crans-Montana

Die Österreichische Michaela Dorfmeister, Olympiasiegerin 2006/Turin in der Abfahrt und im Super-G sowie zweifache Weltmeisterin in der Abfahrt 2001/St. Anton und im Super-G 2003/St. Moritz hat sich zur technischen Delegierten der FIS hinauf gearbeitet. Dies nach einer dreijährigen Lernzeit. Jetzt ist sie als TD im "Weissen Zirkus" zurück in Crans-Montana. In unserem Video berichtet sie von ihren kontrastreichen Souvenirs auf dem Walliser Hoch-Plateau.

Video: Laurent Morel/SkiActu