Michelle Gisin sensationell zurück an der Spitze

Dank ihrem dritten Platz hinter Mikaela Shiffrin und Sara Hector steigt Michelle Gisin im ersten von zwei Riesenslaloms in Courchevel erstmals in diesem Winter wieder aufs Podest. Das fühlt sich für die Ambassadorin von Crans-Montana 2027 wie ein Sieg an, nachdem sie letzten Sommer heftig am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt war.  

Michelle Gisin ist unglaublich. Die Obwaldnerin, die lange stark unter dem Pfeifferschen Drüsenfieber gelitten hatte und noch heute Nachwirkungen spürt, erobert im ersten Riesenslalom von Courchevel überraschend den dritten Platz, geschlagen nur von der überragenden Seriensiegerin Mikaela Shiffrin und der Schwedin Sara Hector. Wer hätte gedacht, dass die Engelbergerin so schnell wieder an der Weltspitze mitmischt? Sie klettert diese Saison erstmals aufs Podium, obwohl sie das Training erst Ende September hatte aufnehmen können – „nach sehr schwierigen Monaten“, wie sie selber sagt. Und nach Rennen noch viel Ruhe benötigt. Dieses Podium wirkt denn auch wie Balsam.  

Michelle Gisin hatte mit den Plätzen 8 und 5 schon in den Slaloms von Levi angedeutet, dass sie auf dem Weg zurück ist. Darauf hat sie in St. Moritz und Val d’Isère auch die langen Ski wieder angeschnallt und zwei Top-10-Resultate herausgefahren. Der Wettkampf motiviert sie und lässt sie über sich hinauswachsen. Ihre exzellente Skitechnik erlaubt es ihr, auch dann zu glänzen, wenn sie noch nicht bei 100 Prozent ist. In Courchevel hat die Obwaldnerin so ihr 15. Podest herausgefahren, das dritte in einem Riesenslalom. Nach dem brillanten ersten Lauf hat sie es trotz Müdigkeit mit kluger Fahrweise verstanden, im Rhythmus zu bleiben.   

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Drittbestes Resultat für Camille Rast  

Neben Michelle Gisin hatte mit einem 9. Rang eine zweite Schweizerin Grund zur Riesenfreude: Camille Rast. Der Walliserin ist endlich der Knopf aufgegangen. Zuvor hatte sie sich in dieser Disziplin schwer getan, befreit zu fahren. Den Umschwung leiteten der Sieg und ein 2. Rang in Andalo im Europacup ein. Sie hat den Schwung in den Weltcup mitnehmen können.  

Im ersten Lauf preschte die Athletin aus Vétroz mit Nummer 45 trotz bereits deutlich strapazierter Piste auf den 16. Rang vor. Im Final gelang ihr mit abermals mutig angriffiger Fahrweise sogar eine Verbesserung um sieben Plätze. Das bedeutete im Weltcup zum drittenmal in ihrer Karriere die Top-10 und Egalisierung ihrer persönlichen Bestleistung von Kronplatz 2017 vor ihren grossen gesundheitlichen Probleme mit Mononukleose und Kreuzbandverletzung. Die Leistung in Courchevel wird ihr weiter Auftrieb geben für die nächsten Riesenslaloms dieses Olympia-Winters. Die viertbeste Zeit im Final verspricht einiges! Ebenfalls in die Punkte fuhren Wendy Holdener (18.), Simone Wild (21.) und Corinne Suter (23.). 

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Sieg Nummer 72 für Mikaela Shiffrin  

In Abwesenheit von Lara Gut-Behrami (Covid-19), welche sie bei der Saisonpremiere bis aufs Messer gefordert hatte, gelang Mikaela Shiffrin an diesem prächtigen Wintertag der 72. Weltcupsieg auf überlegene Art. Mit jetzt 14 Erfolgen im Riesenslalom stellt sich die Amerikanerin mit Anita Wachter, Viktoria Rebensburg, Tessa Worley, Tina Maze und Lise-Marie Morerod auf die dritte Stufe der Erfolgreichsten in dieser Disziplin. Zudem entriss sie der im zweiten Lauf ausgeschiedenen Speed-Königin Sofia Goggia den ersten Platz im Gesamt-Weltcup. Am Mittwoch ist in Courchevel ein zweiter Riesenslalom vorgesehen (10:00/13:00 Uhr).

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