Urs Lehmann: "100 Punkte für WM-Kandidat Crans-Montana"

In der Woche vor Crans-Montana hatte Swiss-Ski die Absage der Lauberhorn-Rennen in Wengen verkraften müssen. Verbandspräsident Urs Lehmann fiel deshalb ein Stein vom Herzen, dass der Frauen-Klassiker am Mont Lachaux in den vergangenen Tagen wie geplant stattfinden konnte. 

"Darüber bin ich ebenso glücklich wie dankbar. Wir allen wissen, dass wir uns momentan in einem Grenzbereich bewegen. Auch in der Schweiz kommt vieles zum Stillstand. Doch wir geniessen das Privileg, dass wir unseren Sport weiter ausüben dürfen. Danke Crans-Montana, dass ihr das so gut hingebracht habt", so Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann erleichtert.

Top-Einsatz vom OK-Präsident bis zum Rutscher

Der ehemalige Abfahrts-Weltmeister aus dem Aargau, der seit 2008 an der Verbandsspitze steht, hat in seiner Karriere schon viel erlebt. Doch am Samstagmittag, unter strahlend blauem Himmel auf dem Walliser Hochplateau und nach einem tollen Abfahrts-Rennen mit starken Schweizer Athletinnen, zeigte sich Lehmann regelrecht enthusiastisch: "Die Siegerin, also Sofia Goggia, erhielt für ihre Top-Fahrt 100 Punkte. Aber heute hat sich insbesondere auch Crans-Montana für den geleisteten Effort 100 Punkte verdient. Der Einsatz von allen, angefangen beim OK-Präsidenten Marius Robyr bis hin zu den enorm vielen und motivierten Helfern und Rutschern, war ganz einfach top." 

An schwierigen Tagen wie diesen stelle sich auch heraus, ob ein Organisator einer WM würdig sei, bemerkt Lehmann. Da gebe es für ihn, so fügt der Swiss-Ski-Boss an, in Bezug auf die Walliser Kandidatur für die Titelkämpfe 2027 keine zwei Meinungen: "Crans-Montana hat ein weiteres Mal seine eindrücklichen Fähigkeiten gezeigt und für die WM 2027 seine Visitenkarte abgegeben." 

Nächster Schritt: WM-Kandidatur 2027 offizialisieren

Enorm sympathisch sei es, so Marius Robyr, "von Urs Lehmann solch nette Worte zu hören. Wir geben immer unser Bestes. Schön, wenn dann die Reaktionen so positiv ausfallen." Diesen Schwung will der OK-Präsident der Weltcuprennen, der zugleich auch Exekutiv-Direktor der WM-Kandidatur ist, nutzen.In wenigen Wochen soll die bereits lancierte Kandidatur für 2027 offiziell beim Weltverband FIS und dessen Präsidenten Gian Franco Kasper deponiert werden. Die Vergabe der WM, es wäre die zweite in Crans-Montana nach 1987, soll am FIS-Kongress im Mai 2022 in Portugal erfolgen.

Video: SkiActu