Schweizer Doppelsieg! Brillante Lara Gut-Behrami vor Corinne Suter

Die Weltcup-Classique der Frauen in Crans-Montana hätte nicht besser beginnen können. Die absolut brillant und in sensationellen 1:27,11 überlegen fahrende Lara Gut-Behrami und Corinne Suter (0,80 Sekunden zurück) feierten im Wallis den ersten Schweizer Doppelsieg seit 39 (!) Jahren. 1981 gewann Marie-Theres Nadig vor Doris de Agostini, damals noch auf der „Nationale“, nicht auf der Piste Mont Lachaux. Damit sind die stimmungsvollen Ski-Festspiele im Wallis mit 7000 Schaulustigen so richtig lanciert. Die kurzfristige Übernahme des in Rosa Khutor abgesagten Rennens hat sich in jeder Hinsicht ausbezahlt. Für die Abfahrtsrevanche am Samstag und die Kombination am Sonntag ist ein Grossaufmarsch des Publikums zu erwarten.

„Es hätte nicht besser laufen können. Ich war fähig, so zu fahren wie ich es kann, frei und aktiv“, freute sich die umjubelte Siegerin Lara Gut-Behrami, „ich war vom Start weg im Flow. Wenn das geschieht, bin ich immer sehr schnell. Ich fuhr schon öfter einen grossen Vorsprung heraus.“ Mit ihrer makellosen Leistung strafte sie alle Kritiker Lügen, sie, die zwei Jahre auf einen Weltcupsieg hatte warten müssen, gar drei auf einen in der Abfahrt (beides in Cortina passiert; welch ein Omen für das Finale 2020!). „Manchmal kann der Skisport schmerzvoll und kompliziert sein“, sinnierte die Gewinnerin, die neben 100 Punkten auch 45'000 der total 120'000 Franken Preisgeld holte, „heute war alles ganz einfach. Ich habe nicht nachgedacht. Herumstudieren macht langsam.“

Wie für die Siegerin war der strahlende Frühlingsskitag auch für Corinne Suter ein guter Tag. „Ich bin super häppy mit dem Resultat“, sagte die Innerschweizerin.“ Mit den 80 Punkten für den zweiten Platz baute sie die Führung im Abfahrts-Weltcup aus. Diese Wertung schaue sie sich nicht an, meinte sie, „die Beste der Saison wird die Kugel erhalten.“ Die 0,80 Sekunden Rückstand führte sie auf „zwei, drei kleinere Fehler“ zurück. „Das Gute ist, dass ich schon am Samstag eine Chance erhalte, es besser zu machen. Das ist mein Fokus.“

Tatsächlich spielte Gut-Behrami ihr Können auf der anspruchsvollen Strecke mit viel Selbstvertrauen resolut aus. Niemand hat in dieser Saison einen grösseren Vorsprung herausgeholt als die siebente neue Abfahrtssiegerin dieses Winters. Mit ihren 1:27,11 pulverisierte sie die Donnerstagbestzeit von 1:29,05 geradezu. Die Trainingsschnellsten Nina Ortlieb (AUT), Federica Brignone (ITA) und Joana Hählen (SUI) landeten nach kleineren Fehlern innerhalb von drei Hundertstelsekunden auf den Plätzen 6 und 7, knapp distanziert noch von Stephanie Venier (AUT), Petra Vlhova (SLK) und Breezy Johnson (USA).

DEPREZphoto sa, cransmontana/Agence Zoom

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1. Lara Gut-Behrami/SUI
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2. Corinne Suter/SUI
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3. Stephanie Venier/AUT
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4. Petra Vlhova/SVK
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5. Breezy Johnson/USA
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