Michelle Gisin unterstützt Protect Our Winters (POW)

Protect Our Winters Schweiz (POW) ist die Stimme der Outdoor-Gemeinschaft für den Klimaschutz. Die 2007 von Snowboarder Jeremy Jones in den USA gegründete Organisation ist in der Schweiz seit 2017 aktiv. POW und ihre Botschafterin Michelle Gisin wollen möglichst viele Zuschauer ermutigen, die Weltcuprennen vom 22./23. Februar in Crans-Montana mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu besuchen.

Der Klimawandel bedroht die alpine Welt, die uns so lieb ist. Es liegt in unser aller Verantwortung, unser eigenes Verhalten zu ändern, um die Umwelt bestmöglich zu schonen. Vermeiden wir es beispielsweise, das Auto zu nehmen oder das Flugzeug, wenn es nicht nötig ist. Mit dieser Absicht engagieren sich POW und Michelle Gisin für den Schutz des Planeten, um Wege vorzuschlagen, wie der ökologische Fussabdruck deutlich reduziert werden könnte. In diesem der Nachhaltigkeit verpflichteten Rahmen legt die Olympiasiegerin den Zuschauerinnen und Zuschauern ans Herz, per Zug und Bus an die Weltcuprennen zu fahren. Sehen Sie unser Video-Interview mit Michelle Gisin (in französischer Sprache).

Video: Johan Tachet/SkiActu

INTERVIEW

Michelle Gisin, wann haben Sie beschlossen, Botschafterin von Protect Our Winters (POW) zu werden?

Als POW in der Schweiz lanciert wurde. Ich bin stolz, Teil dieser Organisation zu sein. Durch unseren Sport spüren wir sehr stark, dass der Klimawandel einen grossen Einfluss auf unsere bevorzugten Regionen hat, die gleichzeitig unser Arbeitsplatz sind. Wir wollen das Bewusstsein schärfen, dass dieser Wandel schnell vor sich geht und zeigen, was jeder selber beitragen kann, auch kleine Dinge.

Was können Sie als professionnelle Skirennfahrerinnen und –fahrer beitragen ?

Das ist für uns Athleten eine schwierige Diskussion, denn wir führen ein Leben, das nicht CO2-neutral ist. Da gilt es ehrlich zu sein. Wir können im Kampf gegen den Klimawandel nicht Helden sein, aber wir können etwas tun und es der FIS, dem Welt-Skiverband, aufzeigen. Wir sollten zum Beispiel einen ökonomischeren und ökologischeren Kalender haben. Das ist das Allerwichtigste. Es macht keinen Sinn, über C von A nach B zu gehen und nach A zurückzukehren. Das Rennprogramm klug zu ändern, wäre eine grosse Verbesserung und täte niemandem weh.

Denken Sie, die FIS hört auf euch ?

Ich hoffe es. Ich habe viel mit Daniel Yule gesprochen, dem Athletenvertreter bei der FIS. Es gibt Dinge der Übereinstimmung und andere. Wichtig ist, dass wir Athleten geeint auftreten. Als Skifahrer siehst du die Auswirkung des Klimawandels. Es ist verrückt; die Gletscher schwinden und manchmal hat es im Januar keinen Schnee. 

Haben Sie viele Veränderungen bemerkt seit der Kindheit und seit Sie Ski fahren ?

Ja, vor allem die Gletscher. Als ich klein war, sind wir in Engelberg sogar im Herbst auf die Gletscher Ski fahren gegangen. Heutzutage schaust du im August hinauf und die Tränen kommen, denn da ist fast nichts mehr. In Zermatt und Saas-Fee bemerkt man die Veränderung und den grossen Verlust seit zehn Jahren. Man muss aufwachen. 

Die Athleten engagieren sich, auch die Stationen und Rennorganisationen wie Crans-Montana. Alle müssen am gleichen Seil ziehen.

Richtig, es ist wichtig, dass alle Welt sich klar wird, dass wir etwas tun müssen. Das gelingt nicht von heute auf morgen. Ich finde sehr schön, dass Crans-Montana das Feuer zündet und mithilft, Lösungen zu finden. Das ist eine reelle positive Entwicklung. Ein erster Schritt besteht darin, den Gebrauch des öffentlichen Verkehrs zum Besuch der Rennen attraktiv zu machen und damit die Emissionsbilanz des Publikums zu verbessern. Crans-Montana hat verstanden und geht voran. Das ist ein grosser Schritt. 

Wie sehen Sie den Skisport in 50 Jahren ?

Es wird sicher nicht das gleiche Skifahren sein wie heute. Die Gletscher werden praktisch verschwunden sein und man wird im Sommer nicht mehr Ski fahren können. Es wird enorm viel und im grossen Stil anders werden. Jeder muss in seinem Leben Lösungen finden. 

Was kann denn jeder tun ?

Eine richtige Tasse nehmen und nicht eine aus Papier, um seinen Kaffee zu trinken. Es sind kleine Sachen, die nicht weh tun, wie das Licht löschen und keinen unnötigen Abfall produzieren. Die kleinen Dinge können etwas Grosses bewirken, wenn die Leute erst mal sensibilisiert sind.

Das Organisationskomitee der alpinen Skirennen Crans-Montana und das Kandidaturkomitee der alpinen FIS Ski-Weltmeisterschaften 2025 Crans-Montana/Walllis freuen sich, dass Michelle Gisin sich ihnen für verschiedene PR-Aktivitäten zur Verfügung stellt.