Topfavoritin Sofia Goggia siegt in grandioser Manier vor Joana Hählen und Lara Gut-Behrami

Die Italienerin Sofia Goggia, die mit Nummer 13 lange auf den Start warten musste, überwand an diesem strahlenden Frühlingsskitag alle besonderen Vorkommnisse und entschied die siebente Saisonabfahrt vor den beiden Schweizerinnen Joana Hählen und Lara Gut-Behrami für sich. Die positiv überraschende Hählen (0,36 zurück) und Gut-Behrami (0,46), die das sehr starke Heimteam anführten, mussten lange warten, bis sie wussten, was ihre Topleistungen in Zahlen wirklich wert waren. Bei ihnen lief die Uhr nach der Zieldurchfahrt weiter. Hählen erfuhr erst nach langer Verzögerung, dass sie mit Nr. 6 vor der Österreicherin Nicole Schmidhofer (Nr. 5/0,52 zurück) in Führung gegangen war. Die Tessinerin, die als Vierte im Klassement erschienen war, rückte erst nach der Siegerehrung und allen Interviews mit um 0,10 Sekunden korrigierter Zeit aufs Podest vor.  

Nach zwei Trainingsbestzeiten klar favorisiert, steigerte die 26-Jährige aus Bergamo ihre bisherige Bestmarke auf der technisch anspruchsvollen Piste Mont-Lachaux um 0,25 Sekunden auf 1:29,77 Minuten. Ihre Siegpremiere in diesem Winter (sie hatte wegen einer Verletzung die erste Saisonhälfte verpasst), ihr insgesamt sechster Weltcupsieg, war kein Selbstläufer, denn die zeitraubenden Unterbrechungen wegen des Sturzes von Weltmeisterin Ilka Stuhec (Nr. 1/Fahrfehler nach rund 50 Sekunden; beste erste Zwischenzeit) und dann Problemen der Zeitmessung machten die Piste angesichts der hohen Temperaturen sicher nicht schneller. Goggia meinte, die Leistung sei nicht die allerbeste der Woche gewesen, „aber was soll’s, Hauptsache ich habe den Sieg holen können.“ Und selbstbewusst kündigte sie gleich an, sie werde auch in den nächsten Speedrennen wieder „explodieren“ und „schnell Ski fahren“. 

Ihr strahlendstes Gesicht zeigte auch Joana Hählen. Die 27-jährige Berner Oberländerin aus der Lenk erlebte emotionalste Momente. Weil die laufende Uhr nicht anhielt, musste sie bange warten, bis sie erfuhr, dass sie die Abfahrtsweltcup führende Schmidhofer hinter sich gelassen hatte. Als es bekannt wurde, brach tosender Jubel aus. Das Warten auf den ersten Podestplatz ihrer Karriere in ihrem 68. Weltcuprennen dauerte dann freilich noch sehr lange („es standen ja noch viele Favoritinnen oben“). Ihrer Genugtuung tat’s keinen Abbruch. „Hier ist ein spezieller Ort“, meinte Hählen, die letzten April die letzte von mehreren Knieverletzungen erlitten hatte, abschliessend, „hier holte ich 2011 bei den Juniorinnen meine erste WM-Medaille und hier fuhr ich erstmals in die Top 15.“ 

Lara Gut-Behrami war schon im Hotel, als sie von der Korrektur erfuhr und ins Zielgelände zur Dopingkontrolle zurück musste. „Eine komische Situation“, lächelte sie, „das möchte ich auch nicht wieder erleben. Aber ob Dritte oder Vierte oder Fünfte, die offizielle Siegerehrung ist ja erst um 18 Uhr... – ich kann nur wiederholen, was ich gleich nach dem Rennen gesagt habe. Ich bin glücklich mit meiner Fahrt, sie ist mir zu 80 Prozent gelungen. Ich stand besser auf den Ski als zuletzt.“

Statement from Longines and Swiss Timing regarding World Cup Crans-Montana ladies' downhill

DEPREZphoto, cransmontana
Agence Zoom