Brignone düpiert Olympiasiegerin Gisin um drei Hundertstel – Holdener holt Kristall ab

Ein weiteres Skifest im Wallis: Obwohl Italiens Federica Brignone die Schweizer Olympiasiegerin Michelle Gisin um 0,03 Sekunden in die Schranken wies, gab es für das restlos begeisterte Publikum am Fuss der Mont Lachaux genug zu feiern: Vor 8700 Fans holte Olympia-Bronzegewinnerin Wendy Holdener mit einer kontrollierten Fahrt auf Platz 4 die griffbereite Kristallkugel als beste Kombiniererin der Saison ab und lieferten mit den mutigen Rahel Kopp (7.) und Priska Nufer (10.) weitere Swiss-Ski-Athletinnen Top-Ten-Ergebnisse.

Brignone im Element

Schon der morgendliche Super-G auf frühlingshafter Piste hatte es in sich und lancierte mit Sofia Goggia vor Nicole Delago und Ragnhild Mowinkel diesen Azzurri-Tag. Was am Nachmittag auf gesalzener, gut haltender Slalompiste folgte, war ein Spektakel erster Güte. Als Olympiasiegerin Gisin, nur 17. im Super-G, mit Slalombestzeit an die Spitze fuhr und die zweifache Slalom-Saisonsiegerin Petra Vlhova um 0,06 Sekunden an ihr abgeprallt war und sich Wendy Holdener trotz Handbremse die Kristallkugel bereits gesichert hatte, schien der strahlende Schweizer Tag noch strahlender zu werden. Doch dagegen hatte Federica Brignone etwas einzuwenden. Die 27-jährige Mailänderin zeigte sich auf ihrem Lieblingshang, wo sie in den Kombinationen im Vorjahr Erste und Zweite geworden war, im Element. Dank dritter Slalomzeit setzte sich das Riesenslalom-Ass einen Wimpernschlag vor Gisin und feierte so ihren dritten Saisonsieg.

Dass es diesmal knapp nicht reichte, grämte Michelle Gisin nicht allzu sehr. Sie wusste, dass sie den Sieg nicht im äusserst spannenden Slalom, sondern am Vormittag vergeben hatte. Am Vortag ex-aequo mit Brignone Vierte, gelang ihr diesmal nicht die gleich gute Leistung. „Im Slalom hats gepasst“, freute sie sich aber, „ich bin sehr glücklich, dass die kleinen Änderungen, die wir vor Olympia vorgenommen haben, richtig waren. Die Slalombestzeit bedeutet mir sehr viel. Jetzt kann ich beruhigt nach Ofterschwang und Åre fahren.“

Holdener: „Schwere Beine“

Auch Wendy Holdeners strapazierte Nerven können sich nun wieder beruhigen. Die Weltmeisterin von St. Moritz, im Super-G am Tag nach dem Podestplatz 1,14 Sekunden  hinter Sofia Goggia diesmal nur Siebente („ich hatte Mühe mit dem Frühlingsschnee“), machte kein Hehl daraus, etwas von sich enttäuscht zu sein, die Weltcup-Kugel sei im Hinterkopf mitgefahren: „Ich war gar nicht locker. Das hat man vor allem auf dem zweiten Teil des Slalomhanges gesehen. Ich hatte schwere Beine. Das muss ich in Zukunft besser machen.“ Vorerst zählt die glänzende Gegenwart mit dem Gewinn ihrer zweiten Kristallkugel nach 2016.

Sehr positive Schlussbilanz

Marius Robyr, OK-Präsident der Ski-Weltcuprennen, durfte nach dem Super-G und der Alpinen Kombination ein erfolgreiches Fazit der diesjährigen Weltcuprennen ziehen. Es wurden durch die Athletinnen hervorragende Leistungen geboten und die OK-Ressorts zeigten sich mit der unverzichtbaren Unterstützung durch die Bergbahnen CMA sowie des Militärs und den Zivilschutz den grossen Beanspruchungen voll gewachsen. Dies bezieht sich auch auf die unmittelbar vor den Weltcuprennen mit Erfolg durchgeführten vier Frauen-Europacuprennen. Die Weltcuprennen wurden von 16‘700 Zuschauern besucht (Samstag: 8‘000 und Sonntag: 8‘700). Die attraktiven Animationen und Zeremonien auf der Eisbahn wurden an beiden Tagen von 5‘500 Fans verfolgt; dazu gesellt sich das total ausverkaufte Konzert der Oesch´s die Dritten in der Tennishalle Le Régent mit 1000 Personen. Auf Wiedersehen an den Ski-Weltcuprennen 2018/19 mit einer Abfahrt (Samstag, 23. Februar) und der Alpinen Kombination (Sonntag, 24.2.).

DEPREZphoto SA, Crans-Montana