Olympia-Medaillengewinnerinnen im Stimmungshoch: Weirather vor Veith und Holdener

Tina Weirather heisst die Super-G-Siegerin der Weltcup-Classique auf dem Hochplateau. Die Olympia-Dritte gewann den faszinierenden, das Publikum euphorisierenden Grosskampf auf der etwas verkürzten Mont Lachaux in 1:02,17 knapp vor Olympia-Silbergewinnerin Anna Veith (0,36 zurück) und der sensationell fahrenden Wendy Holdener (+0,38). Die dreifache Medaillengewinnerin von PjoengChang stiess mit Startnummer 31 (!) die ex-aequo klassierten Michelle Gisin und Federica Brignone noch vom Podest und sorgte damit für einen weiteren Begeisterungssturm.

Lara Gut überholt

Liechtensteins Star Weirather fühlte sich im Ziel lange nicht sicher, ob es zum Sieg reichen würde, aber es sei schon „eine Erleichterung“ gewesen, vor Veith und Lara Gut, letztlich Siebente, anzukommen. „Das bedeutet immer etwas“, sagte die Siegerin, die dank den 100 Punkten nun als Führende im Disziplinenweltcup in den Final in Are steigen wird. Die entthronte Lara Gut (jetzt 46 Punkte Rückstand) schüttelte immer wieder den Kopf, wirkte müde und räumte ein, es fehle ihr in ihrer Comeback-Saison einfach die Selbstverständlichkeit des schnellen Fahrens, „ich habe das Gaspedal nicht gefunden.“

Die beste Schweizer Super-G-Fahrerin musste für einmal gleich zwei Teamkolleginnen den Vortritt lassen. Wie entschlossen vor allem Wendy Holdener, aber auch Michelle Gisin, zu Werk ging, war schlichtweg genial. Zu recht hatte sie das fröhlichste Lachen im Gesicht, als sie resümierte, „ich konnte die Ski richtig laufen lassen. Dass ich Dritte war, realisierte ich erst, als das Publikum so lärmte und feierte. Unglaublich.“ Doch dann richtete die Kombinationsweltmeisterin von St. Moritz 2017 den Blick sofort voraus: „Jetzt muss ich am Sonntag wieder so fahren, um dann im Slalom eine gute Ausgangslage zu haben.“

Michelle Gisin: „Toll, diese Stimmung“

8000 Zuschauer, darunter Bundesrat Guy Parmelin, waren zu dieser ersten Olympia-Revanche gekommen. Und sie hielten sich nicht zurück. „Toll, diese Stimmung“, freute sich Michelle Gisin und jubelte, „ich bin mega happy, mit Nummer elf als Dritte ins Ziel zu kommen.“ Dass daraus noch Platz 4 wurde, störte die bestens gelaunte Olympiasiegerin in der Kombination nur bedingt. Sie kennt die Stärken von Holdener nur zu gut. Alle freuen sich jetzt auf das Schweizer Duell um den Sieg in der zweiten Saison-Kombination, Sonntag 10:30 und 13:30 Uhr, wenn der Kampf um Weltcup-Kristall entschieden wird.

Im Sog des Schweizer Spitzentrios zeigten auch Joana Hählen (9.) und Priska Nufer (13.) starke Leistungen. Sie werden beim Final in Are ebenso dabei sein wie die am Samstag eher enttäuschende St. Moritz-Überraschungssiegerin Jasmine Flury (24.), die am Mittwoch in 1:11,06  auf der Originalstrecke im Europacup gewonnen hatte, und Corinne Suter  (35.).

DEPREZphoto Sa, Crans-Montana/Agence Zoom