Crans-Montana/Wallis will Ski-WM 2025

25.02.2017 - Nach der WM ist vor der WM: Nur sechs Tage nach dem letzten Rennen in St. Moritz hat Crans-Montana/Wallis die Kandidatur für die Titelkämpfe 2025 lanciert

Schon seit der Swiss-Ski-Delegiertenversammlung 2014 ist klar, dass der nächste Schweizer Bewerber für die alpine Ski-WM aus der Westschweiz stammen wird. Die offizielle Ankündigung der WM-Kandidatur von Crans-Montana/Wallis erfolgte am Samstag durch Marius Robyr, OK-Präsident der Weltcuprennen im Ort, und durch Swiss-Ski-Verbandspräsident Urs Lehmann anlässlich eines Jubiläumsabends. Mit dabei waren auch Erika Hess, Peter Müller und Pirmin Zurbriggen, die 1987 in der Skistation auf dem Walliser Hochplateau fünf der acht Schweizer WM-Goldmedaillen holten.

Mit 2025 wollen die Walliser Organisatoren, die über den Rückhalt von Kanton und den umliegenden Gemeinden verfügen und die in enger Zusammenarbeit mit Swiss-Ski stehen, gleich den frühestmöglichen Zeitpunkt für ihre Kandidatur nutzen. Der Weltverband FIS sieht für Bewerbungen eine achtjährige Pause nach Ende der letzten WM im Land vor.

Kandidaturen für 2025 müssen bis 1. Mai 2019 eingereicht werden. Anschliessend erfolgt mittels umfangreichem "Questionnaire" eine Prüfung durch den Weltverband. Ist alles in Ordnung, dürfen sich die Kandidaten beim FIS-Kongress im Sommer 2020 präsentieren. Am gleichen Anlass fällt der 17-köpfige FIS-Vorstand auch den Vergabeentscheid.

Anzunehmen ist, dass Crans-Montana/Wallis zumindest Konkurrenz aus Frankreich oder Österreich erwachsen wird. Courchevel-Méribel sowie Saalbach-Hinterglemm bewerben sich beide bereits für die Titelkämpfe 2023, der unterlegene Kandidat dürfte es zwei Jahre später gleich nochmals versuchen.

Die nächsten zwei alpinen Ski-Weltmeisterschaften werden 2019 im schwedischen Åre sowie 2021 in Cortina d'Ampezzo in Italien durchgeführt.

DEPREZphoto SA, Crans-Montana

MR & Cie
Bereit zum Start der WM-Kandidatur 2025 Crans-Montana/Walllis. Von links: Martial Kamerzin, Präsident der Gemeindevereinigung ACCM/Urs Lehmann, Präsident Swiss-Ski/Marius Robyr, OK-Präsident Ski-Weltcuprennen Crans-Montana und Nicolas Féraud, Präsident der Gemeinde Crans-Montana.

 

 

Support von Urs Lehmann und Swiss-ski für die Ski-WM-Kandidatur Crans-Montana/Wallis

In einem Interview mit der Sportredaktion der Agentur sda-ats hat Urs Lehmann, Präsident Swiss-Ski, sich sehr positiv für die FIS Ski-WM-Kandidatur von Crans-Montana/Wallis ausgesprochen.

Swiss-Ski hat schon vor fast drei Jahren bestimmt, dass die nächste Schweizer WM-Kandidatur aus Crans-Montana kommen wird. Was waren die Überlegungen dahinter?

"Crans-Montana hat sich in den letzten Jahren im Weltcup wieder einen guten Namen erschaffen. Nun geht es darum, Crans-Montana als Kandidat nachhaltig aufzubauen und im Weltcup zu etablieren. Schon als Kandidat, aber gerade auch als WM-Ausrichter hast du quasi einen Fixplatz im Weltcup. Wir haben als nationaler Verband auch die Aufgabe zur geografischen Ausgewogenheit. Im Osten der Schweiz wird bereits seit längerem hervorragend gearbeitet, der Westen sollte nun möglichst nachziehen. Dass der Westen so gestützt wird, ist von langer Hand durchdacht und geplant. Dort ist der Grenznutzen für uns als Wintersportland grösser."

Urs interview

Gutes Timing für die alpine FIS WM-Kandidatur Crans-Montana/Wallis

Haben Sie vielleicht auch gestaunt? Da unterstützt die DV von Swiss-Ski am 28. Juni 2014 die Kandidatur von Crans-Montana/Wallis zur Durchführung einer alpinen FIS Ski-WM, dabei geht es noch zweieinhalb Jahre, bis erst Mal die WM in St.Moritz über die Bühne geht. Crans-Montana steht früh in den Startblöcken, und bis das Wallis eine Ski-WM hoffentlich dereinst auch zugesprochen erhält, werden noch einige Jahre vergehen. Trotzdem macht das Timing Sinn.
Gegenstimmen gab es keine. Die Delegiertenversammlung stellte sich in Langnau geschlossen hinter die WM-Pläne von Crans-Montana/Wallis. Obwohl eine entsprechende Kandidatur frühestens zwei Jahre nach der letzten WM im kandidierenden Land eingereicht werden kann. Es handelt sich also um ein langfristiges Projekt, das dem Internationalen Ski-Verband FIS nicht vor 2019 unterbreitet werden kann. Aber dieser frühe Entscheid der Delegierten von Swiss-Ski zu Gunsten von Crans-Montana/Wallis, bringt dort Planungssicherheit.
Im Wallis weiss man jetzt, dass man eine Perspektive hat, die über Europa- und Weltcuprennen hinaus geht. Nötige Investitionen wie eine Slalom-Beleuchtung auf der Piste Mont Lachaux oder die Erweiterung der Zielraum-Infrastrukturen können vor einem ganz anderen Hintergrund in Angriff genommen werden. Man hat jetzt auch genügend Zeit, um ein Kandidaturkomitee mit den richtigen, international vernetzten Personen zu besetzen. Und um genügend Geld für eine seriöse und erfolgversprechende Kandidatur zu generieren.
Wenn zwei Jahre nach der WM in St.Moritz die neuerliche Schweizer Kandidatur bei der FIS eingereicht wird, kann frühestens ein weiteres Jahr später, also 2020, der Entscheid für oder gegen Crans-Montana/Wallis fallen. Und selbst, wenn die Walliser bereits im ersten Anlauf erfolgreich sein sollten, womit man vorsichtshalber eher nicht rechnen sollte, ginge es dabei um die WM 2025. Ein zweiter Anlauf beträfe dann bereits die WM 2027. Es werden also noch viele Jahre ins Land ziehen, bis dann tatsächlich irgendwann auf dem Hochplateau um WM-Medaillen gefahren wird. Falls überhaupt. Denn eine Garantie für den Zuschlag durch den Internationalen Skiverband gibt es nicht.
Eine Gewissheit allerdings hat man im Wallis jetzt: Wenn die Ski-WM acht, zehn oder zwölf Jahre nach St.Moritz wieder in die Schweiz vergeben wird, dann nach Crans-Montana. Und das ist eben schon viel. Damit kann man planen, kann investieren, kann sich in vielen Rennen weiterhin bewähren. Und dann findet hoffentlich seinen konkreten Niederschlag, was so erstaunlich früh schon per Entscheid der Delegiertenversammlung unterstützt wurde: Weltmeisterschaften in Crans-Montana/Wallis, zum zweiten Mal nach den unvergesslichen WM im 1987 mit 14 Schweizer Medaillen!