Crans-Montana/Wallis: im Verbund mit Swiss-Ski zur FIS Ski-Weltmeisterschaft

26.02.2017 - Nach der Ankündigung der Kandidatur von Crans-Montana/Wallis für die FIS Ski-Weltmeisterschaft 2025 im Rahmen des Jubiläumabends 30 Jahre Ski-WM Crans-Montana '87 erfolgte die Bekanntmachung für die Skifans am Sonntagnachmittag im Zielstadion der Weltcuprennen in Crans-Montana. Es war eine stimmungsvolle Show mit Gleitschirmfliegern, zahlreichen Kindern der hiesigen Skiclubs und vielen Luftballons. Und mittendrin Urs Lehmann, Präsident Swiss-Ski und Marius Robyr, OK-Präsident der Ski-Weltcuprennen Crans-Montana. In sympathischen Worten bekundeten die beiden Sport-Führungspersönlickeiten gemeinsam den "Challenge Ski-Weltmeisterschaft 2025" anzupacken und zum Erfolg zu führen. Die Kandidatur für 2025 muss bis zum 1. Mai 2019 beim Internationalen Ski-Verband FIS eingereicht werden. Der Vergabeentscheid erfolgt durch den FIS Council anlässlich des FIS Kongress 2020.

DEPREZphoto SA, Crans-Montana/Agence Zoom

Crans-Montana/Wallis will Ski-WM 2025

25.02.2017 - Nach der WM ist vor der WM: Nur sechs Tage nach dem letzten Rennen in St. Moritz hat Crans-Montana/Wallis die Kandidatur für die Titelkämpfe 2025 lanciert

Schon seit der Swiss-Ski-Delegiertenversammlung 2014 ist klar, dass der nächste Schweizer Bewerber für die alpine Ski-WM aus der Westschweiz stammen wird. Die offizielle Ankündigung der WM-Kandidatur von Crans-Montana/Wallis erfolgte am Samstag durch Marius Robyr, OK-Präsident der Weltcuprennen im Ort, und durch Swiss-Ski-Verbandspräsident Urs Lehmann anlässlich eines Jubiläumsabends. Mit dabei waren auch Erika Hess, Peter Müller und Pirmin Zurbriggen, die 1987 in der Skistation auf dem Walliser Hochplateau fünf der acht Schweizer WM-Goldmedaillen holten.

Mit 2025 wollen die Walliser Organisatoren, die über den Rückhalt von Kanton und den umliegenden Gemeinden verfügen und die in enger Zusammenarbeit mit Swiss-Ski stehen, gleich den frühestmöglichen Zeitpunkt für ihre Kandidatur nutzen. Der Weltverband FIS sieht für Bewerbungen eine achtjährige Pause nach Ende der letzten WM im Land vor.

Kandidaturen für 2025 müssen bis 1. Mai 2019 eingereicht werden. Anschliessend erfolgt mittels umfangreichem "Questionnaire" eine Prüfung durch den Weltverband. Ist alles in Ordnung, dürfen sich die Kandidaten beim FIS-Kongress im Sommer 2020 präsentieren. Am gleichen Anlass fällt der 17-köpfige FIS-Vorstand auch den Vergabeentscheid.

Anzunehmen ist, dass Crans-Montana/Wallis zumindest Konkurrenz aus Frankreich oder Österreich erwachsen wird. Courchevel-Méribel sowie Saalbach-Hinterglemm bewerben sich beide bereits für die Titelkämpfe 2023, der unterlegene Kandidat dürfte es zwei Jahre später gleich nochmals versuchen.

Die nächsten zwei alpinen Ski-Weltmeisterschaften werden 2019 im schwedischen Åre sowie 2021 in Cortina d'Ampezzo in Italien durchgeführt.

DEPREZphoto SA, Crans-Montana

MR & Cie
Bereit zum Start der WM-Kandidatur 2025 Crans-Montana/Walllis. Von links: Martial Kamerzin, Präsident der Gemeindevereinigung ACCM/Urs Lehmann, Präsident Swiss-Ski/Marius Robyr, OK-Präsident Ski-Weltcuprennen Crans-Montana und Nicolas Féraud, Präsident der Gemeinde Crans-Montana.

 

 

Support von Urs Lehmann und Swiss-ski für die Ski-WM-Kandidatur Crans-Montana/Wallis

In einem Interview mit der Sportredaktion der Agentur sda-ats hat Urs Lehmann, Präsident Swiss-Ski, sich sehr positiv für die FIS Ski-WM-Kandidatur von Crans-Montana/Wallis ausgesprochen.

Swiss-Ski hat schon vor fast drei Jahren bestimmt, dass die nächste Schweizer WM-Kandidatur aus Crans-Montana kommen wird. Was waren die Überlegungen dahinter?

"Crans-Montana hat sich in den letzten Jahren im Weltcup wieder einen guten Namen erschaffen. Nun geht es darum, Crans-Montana als Kandidat nachhaltig aufzubauen und im Weltcup zu etablieren. Schon als Kandidat, aber gerade auch als WM-Ausrichter hast du quasi einen Fixplatz im Weltcup. Wir haben als nationaler Verband auch die Aufgabe zur geografischen Ausgewogenheit. Im Osten der Schweiz wird bereits seit längerem hervorragend gearbeitet, der Westen sollte nun möglichst nachziehen. Dass der Westen so gestützt wird, ist von langer Hand durchdacht und geplant. Dort ist der Grenznutzen für uns als Wintersportland grösser."

Urs interview

Noch laufen die Ski-WM-Planungen von Crans-Montana/Wallis im Hintergrund

Seit der Wahl von Crans-Montana/Wallis durch die Delegiertenversammlung von Swiss-Ski 2014 als nächster Schweizer Kandidat für die Durchführung der FIS alpinen Ski-Weltmeisterschaft nach St. Moritz im Jahre 2017 ist es um das grosse Vorhaben noch ruhig geblieben. Dies liegt begründet durch das Gebot der Höflichkeit, die „Schweizer WM-Bühne“ bis Ende der Durchführung der Ski-Weltmeisterschaft 2017 (6. bis 19. Feburar) dem Bündner Kurort St. Moritz zu überlassen.

Im Hintergrund ist Crans-Montana aber aktiv. Noch nicht im wichtigen Lobbying für seine Kandidatur bei den internationalen Ski-Instanzen und -Organisatoren, aber in den ersten Planungsschritten. Unter der Ägide von Marius Robyr – als von der Vereinigung der Gemeinden des Hochplateaus (ACCM) beauftragter Projektleiter – haben verschiedene Meetings stattgefunden.

So u.a.:

> mit den Gemeindepräsidenten für die Erstellung der Entwürfe des Organigramms des zu gründenden Kandidaturkomitees und des Kandidaturbudgets;

>  mit dem Kanton Wallis, dem Partner Swiss-Ski und dem internationalen Ski-Verband FIS;

>  mit den WM-Organisatoren von St. Moritz, denen seitens Crans-Montana die freundschaftliche WM-Unterstützung zugesichert wurde;

> mit verschiedenen Dienststellen betreffend infrastrukturelle Belange, die eine WM erfordern.

Eine kleine Delegation von Crans-Montana besuchte die alpine Ski-WM 2015 in Vail-Beaver Creek (USA). Der in der Folge erstellte Rapport  zeigt auf, dass eine Ski-WM nach wie vor ohne überdimensionierte Bauten und Infrastrukturen erfolgreich im Sinne eines nachhaltigen Nutzens für die Region und das Wallis durchgeführt werden kann.

Die Kandidatur Crans-Montana/Wallis weist jetzt schon ein grosses Plus auf: Die beiden Pisten „Nationale“ und „Mont Lachaux“ wurden in den letzten Jahren dank den Gemeinden, Bergbahnen und der Stiftung Casino  für den modernen Skirennsport markant renoviert. Beide Pisten verfügen über ein gemeinsames Ziel, was nur einen Zielstadion-Neubau erfordert und vor allem auch für die Fernsehproduktion top ist. Die zur Zeit im Totalumbau befindliche Eisbahn Ycoor in Montana wird mit der neuen Infrastruktur und Grösse wie bei den WM’87 der ideale Ort für die Durchführung der WM-Siegerzeremonien und  -Startnummernauslosungen sowie Standort des WM-Villages für die Skifans sein.

Mit den nunmehr ab der Saison 2015/16 alljährlich in Crans-Montana organisierten Weltcuprennen – der neuen Frauen-Klassik – können viele organisatorische Belange mit Blick auf die angestrebte Weltmeisterschaft getestet sowie innovative Entwicklungen eingeleitet werden. 

Der Grob-Zeitplan für die WM-Kandidatur Crans-Montana/Wallis

2016 bis 2018               
Planung der benötigten Infrastruktur (insbesondere Zielstadion), Erstellung des Kandidaturdossiers und erforderliche Präsenz der Verantwortlichen an diversen  internationalen alpinen Skisportgrossanlässen.

ab März 2017 bis Mai 2020                        
Lobbying bei den internationalen Ski-Instanzen und –Organisatoren.

1. Mai 2019                   
Eingabe des Kandidaturdossier über Swiss-Ski bei der FIS (welche das Dossier eingehend prüft, inkl. diverse Inspektionen von Crans-Montana).

Juni 2020                        
Präsentation der Kandidatur für die WM 2025 beim FIS Council im Rahmen des alle zwei Jahre stattfindenden FIS-Kongresses. Danach wählt der FIS Council den WM-Ort 2025. Allfällige Gegenkandidaten von Crans-Montana für die WM 2025 sind noch nicht bekannt. Gemäss dem WM-Reglement der FIS ist nach St. Moritz 2017 eine erneute Schweizer Kandidatur (das heisst Crans-Montana) acht Jahre nach der Durchführung  im gleichen Land möglich. 

Der „Challenge Ski-Weltmeisterschaft Crans-Montana/Wallis“ hat begonnen – wenn die regionalen und kantonalen Behörden, die Bergbahnen, die Touristik, Hotellerie und Geschäfte sowie die Bevölkerung am gleichen Strick ziehen, kann es auf dem Walliser Hochplateau zur Wiederholung der sehr erfolgreichen Weltmeisterschaft ´87 kommen. Dies im Zeichen von Authentizität und Schlichtheit. Es soll im Wallis ein echtes WIR-Gefühl gefördert und die Jugend für den Schneesport begeistert werden; alles in einer wunderschönen Bergwelt, deren Grenzen und Schutzbedürfnisse respektiert werden.